„Das hab ich Ihnen doch schon letztes Mal gesagt!“ – wer hat diesen Satz nicht schon einmal gedacht oder gehört? Kommunikation scheint so einfach, bis sie schwierig wird. Was für mich eindeutig klingt, kann für mein Gegenüber völlig unklar bleiben. Wer hier einmal bewusst nachhakt, erkennt schnell: Gute Kommunikation beginnt nicht beim Reden, sondern beim Zuhören.
Es gibt Gespräche, bei denen man das Gefühl hat, beide Parteien sprechen dieselbe Sprache – und doch verstehen sie sich nicht. Besonders in Gesprächen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter*in passiert das häufiger, als uns lieb ist. Nicht, weil jemand nicht will, sondern weil echtes Zuhören eine Kunst ist, die leichter klingt, als sie ist.
„Ich hab das in unserem Gespräch doch erwähnt!“ – mag stimmen.
Aber wurde es auch gehört?
Und wurde es verstanden?
Und – vielleicht das Wichtigste überhaupt: Wurde es so aufgenommen, wie es gemeint war?
Bevor du dich das nächste Mal ärgerst oder kritisierst, lohnt es sich, sich zu fragen: Was genau ist im Gespräch vielleicht schiefgelaufen?
Mir hilft da ein kurzer Blick auf die Verhaltenstreppe von Konrad Lorenz, um sich der Gefahren in Gesprächen bewusst zu werden. Sie beschreibt wunderbar, was zwischen „Sagen“ und „Tun“ alles passieren kann: vom einfachen Hören über das Interpretieren, Bewerten, Fühlen, Wollen bis hin zum Handeln.
Jede Stufe bietet reichlich Gelegenheit, dass Botschaften kippen oder sich verändern. Wer in Gesprächen aufmerksam zuhört, achtet also nicht nur auf Worte, sondern auch auf Zwischentöne, Gestik und Betonung – und darauf, was beim anderen ankommt.
Ein zustimmendes Nicken kann Zustimmung signalisieren – oder einfach nur das Bedürfnis, das Gespräch schnell zu beenden. Ein „Passt schon“ kann heißen: „Alles klar.“ Oder: „Ich trau mich gerade nicht, etwas anderes zu sagen.“
Aktives Zuhören bedeutet daher nicht, einfach still abzuwarten, bis man selbst wieder reden darf. Es heißt, den anderen wirklich verstehen zu wollen.
Zum Beispiel, indem man zurückspiegelt:
„Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist dir wichtig, dass …“
oder
„Du meinst also, der neue Prozess kostet dich im Alltag mehr Zeit?“
So banal das klingt – es wirkt. Denn damit zeigen wir nicht nur, dass wir zuhören, sondern auch, dass wir wirklich verstehen wollen. Und das verändert Gespräche.
Plötzlich geht es nicht mehr um Recht oder Unrecht, sondern um ein echtes Miteinander. Vielleicht ist genau das der kleine Schubs, den richtig gute Kommunikation braucht.