Bei einer Betriebsübernahme wird Eigentum übertragen.
Führung leider nicht automatisch.
Die Unterschrift beim Notar ist die erste Übergabe.
Die eigentliche beginnt am ersten Arbeitstag.
In vielen Nachfolgen ist steuerlich und rechtlich alles sauber geregelt.
Und trotzdem entstehen in den ersten Wochen ganz typische Stolperstellen:
• Parallelstruktur im System – Übergeber:in ist offiziell draußen, faktisch aber noch da.
• Niemand weiß genau, wer ab Tag 1 was entscheidet.
• Mitarbeitende bleiben loyal zur bisherigen Führung.
• Investitionen werden vertagt, weil Entscheidungen „noch abgestimmt werden müssen“.
• Banken, Kund:innen und Lieferanten hören unterschiedliche Signale.
Kurz gesagt:
Eigentum wurde übertragen – die Führungsarchitektur aber nicht.
Was in den ersten Wochen unklar bleibt, stabilisiert sich oft als Dauerproblem.
Deshalb arbeite ich mit einem 60-Tage-Plan für Führungsfähigkeit in der Betriebsübergabe.
Mein Fokus:
✔ klare Entscheidungsbefugnisse ab Tag 1
✔ saubere Rollentrennung zwischen Senior und Nachfolge
✔ Positionierung der neuen Führung im Team und gegenüber Stakeholdern
Denn eines zeigt sich in der Praxis immer wieder:
Autorität, die in den ersten Wochen nicht eindeutig ist, bleibt dauerhaft fragil.
Umso mehr freue ich mich, dass ich dieses Thema kürzlich gemeinsam mit einem Steuerberater-Kollegen bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer vorstellen durfte. Gerade Steuerberater:innen und Banken sehen früh, wo Übergaben strukturell ins Rutschen kommen können.
Und genau dort setzt meine Arbeit an.
Denn am Ende geht es nicht nur um eine erfolgreiche Übergabe –
sondern darum, dass die neue Generation wirklich führen kann.
(Und ja – manchmal fühlt sich das am Anfang ein bisschen an wie Wandern mit neuen Schuhen.)